Wie die Red Hot Chili Peppers mein Leben veränderten

Man kennt das, du steigst ins Auto, machst das Radio an und hörst die letzte Hälfte der letzten Strophe eines wirklich guten Songs, und denkst „Yes“, drehst so richtig auf, und dann kommt nur noch Scheiße. Obwohl, so ganz stimmt das nicht. Kommt immer darauf an wie lange die geplante Autofahrt dauert. „Mal eben“ – gute Musik, längere Strecken ziemlich viel Mist, und wenn man mal wieder- wie ich ständig – die ganze eigene Sammlung Zuhause vergessen hat  kann man davon ausgehen, dass nicht ein einziges gutes Lied kommt und man nach halbstündiger Radiostationendurchforstung am Ende verzweifelt  lauthals zu „Marmor, Stein und Eisen bricht“ mitsingt.

Ich habe allerdings noch ein ganz persönliches Schicksal, einen Fluch, eine Heimsuchung, eine Geißelung die sich durch mein Leben zieht wie ein roter Faden. Die Red Hot Chili Peppers. Erste nähere Bekanntschaft in der Schule, meine Schulfreundin Simone war großer Fan, dementsprechend liefen diese urwaldähnlichen Klänge bei ihr rauf und runter, und ich dachte nur so „nääää“. Das war ein Fehler. Ich hätte denken sollen “ Och ja, ist jetzt nicht ganz meins, aber ok“, so zur Tarnung, denn ich glaube seit diesem Tag bepisst sich da oben jemand vor Lachen mich in allen möglichen Situationen mit dem „American way of UgaaUgga“ Sound zu quälen. Warum? WARUM? Was habe ich getan? Bei mir kommt nach dem guten Song die Red Hot Chili Peppers, schalte ich um, kommen die Red Hot Chili Peppers, und wenn ich zur maximalen Konfrontationsvermeidung auf den Klassikkanal schalte, dann kommen garantiert die verschissenen Red Hot Chili Peppers. Im Supermarkt, beim Frisör, im Kinderwunderland, beim Japaner, selbst in der Warteschleife vom Beerdigungsinstitut Meyer laufen die Primaten der Neuzeit.

Liebe Fans, es tut mir echt leid, ich möchte niemanden denunzieren (doch), aber die Lieder klingen doch alle gleich, und zwar wie Originalaufnahmen von „Gorillas im Nebel“. Mein Vater hat immer gebrüllt „Mach die verdammte Affenmusik leiser“, aber das hier, das ist die wahre Definition von Affenmusik. Man schalte die Red Hot Chili Peppers ein, schließe die Augen und lasse die Bilder vor den Augen vorbeiziehen. Bei mir kommen immer nur tanzende Affen, sich lausende Affen, an Lianen schwingende Affen. Ich glaube da besteht eine direkte Verbindung. Wirklich. Ich sage schon seit Jahren, dass ich irgendwann mit einem Musikgerät in den Zoo gehen werde, und den Affen das mal vorspiele. Ich werde das testen, ich denke sie werden sich weinend in den Armen liegen, ein Gefühl von Verbundenheit, von Heimat, von Weltherrschaft wird sie überkommen.

Es gibt doch so viele andere bekannte, tolle Bands aus Amerika. Die Foo Fighters zum Beispiel. Die sind gut. Und der Mann ist lustig. Lustig sein ist sexy. Orang-Utan Klaus ist nicht lustig. Wenn ich das nächste Mal im Hamam liege und mich auf meine Massage freue und statt sphärischen Klängen die Red Hot Chili Peppers kommen, dann werde ich eine hulkmäßige Metamorphose durchmachen. Nicht nur die Musik ist grauenvoll, der Mann sieht doch auch selbst aus wie ein Affe. Wer läuft bitte mit 54 mit rosanen T Shirts, Schnurrbart und Hip Hop Käppi rum? Ok, das war nun wirklich gemein, also falls mich wer verklagen will schnell noch etwas zur Besänftigung:

Dear Mr. Dingens,

i am a huge fan of your band. I am listening to your music daily. Everywhere. I really love every song, because it sounds so different. You’re touching my heart with your wonderful voice. It sounds so virility. And you are so hot. I love your beard. In Germany it’s called „Pornobalken“. I am so sad, that i haven’t seen you in concert yet, but i had a lot of work like combing hedgehogs or tasting nearly every taste of ice cream in the world. I am very sorry. You have done so much for the world. You should relax now. You’ve earned it. Take a few models an enjoy life. There is no need of more music. The world can’t stay to much genius. I am sorry that we will never meet. Lots of Love.

Es tut mir leid wenn ich jetzt irgendwelche Fans verärgert habe. Das ist lediglich mein persönliches Empfinden, mein Untergang, mein Fluch, mein Verderben, meine Seelenqualen, mein Unheil, mein Pech. Fahre jetzt zu Ikea. Nehme vorsorglich Kopfhörer mit, falls ich mal aufs Klo muss.

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